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Ich hab mich ja schon mal darüber echauffiert. Aber steter Tropfen … naja, Ihr wisst schon. Ausserdem muss es raus!

Heute hab ich’s mal wieder mit meinem Liebling: Der Deutschen Bahn. Ich werde nie verstehen, warum vernünftige und zeitnahe Kommunikation so schwierig ist. Dazu muss man wissen, dass ich täglich von Wiesbaden nach Frankfurt pendele. Die Anbindung selbst ist gar nicht so verkehrt: Neben der Regionalbahn, mit einer Fahrtzeit von ca. 30 Minuten, fahren noch drei S-Bahnen mit Fahrtzeiten zwischen ca. 45 Minuten und einer Stunde. Also theoretisch genug Alternativen – wenn die Bahn sich nicht ein lustiges Glücksspiel ausgedacht hätte:

Gerade der schnelle Regionalexpress scheint öfter mal von Alterserscheinungen geplagt zu werden. Er steht dann noch nicht am Bahnsteig bereit und an der Anzeigetafel steht zunächst “ca. 5 Minuten später”. Und man bittet um Verständnis. Das KANN stimmen, MUSS aber nicht. Der erfahrene Pendler weiss, dass nach etwa neun Minuten Verspätung die Anzeige auf “ca. 10 Minuten später” umspringt. Das ist zu diesem Zeitpunkt keine neue Information mehr und besonders vorausschauend ist sie auch nicht. In diesem Zeitraum kann man sich als Kunde überlegen, ob man lieber auf eine der langsameren S-Bahnen wechselt, oder darauf vertraut, dass die Angabe auf der Anzeige zutrifft. Ich habe mit Mitreisenden schon Wetten darüber abgeschlossen. Meist ist es nämlich so, dass nach der fünfzehnten Minute die Anzeige auf “ca. 20 Minuten später” wechselt. Irgendwann gibt irgend jemand in irgend einer Leitzentrale die Hoffnung auf (die Reisenden haben sie längst verloren) und schaltet auf “fällt aus”.

Jetzt fragt man sich als Reisender mit gesundem Menschenverstand: Wissen die nicht, wo ihr Zug gerade steckt? Kann man nicht in Etwa herausfinden, wann er tatsächlich eintrifft – und vor Allem – ob überhaupt? Und warum werden solche Verspätungen so selten proaktiv und im Voraus angekündigt? Hofft man, dass der Zug plötzlich und unvermittelt am Bahnsteig materialisiert?

Es ist nicht verständlich. Aber damit nicht genug.

Der Regionalexpress fährt in Wiesbaden zur Hauptverkehrszeit jede halbe Stunde. Die S-Bahn S1 fährt exakt 5 Minuten später und ist nur geringfügig langsamer, da sie die gleiche Strecke mit ein paar Haltestellen mehr bedient. Nun passieren immer wieder kleine Mißgeschicke: Das Zugpersonal verspätet sich oder die Zugmaschine hat einen Defekt. Ist es denn in Zeiten mobiler Kommunikation zu viel verlangt, dass das Zugpersonal in der Leitstelle mal kurz durchruft, dass es nicht pünktlich ist? Oder bemerkt man in der Zugmaschine den Defekt nicht *genau* beim potenziellen Fahrtantritt? Dann könnte man nämlich den Fahrgästen RECHTZEITIG Bescheid geben, so dass diese die Möglichkeit haben, noch schnell den Zug zu wechseln. Aber nein, mit einer Regelmäßigkeit, dass man schon meinen könnte, das hätte Methode, wird genau nach dem Verstreichen dieser kritischen fünf Minuten der Umstand kommuniziert.

Liebe Bahn. Ihr bittet immer um Verständnis. Bitte versucht doch mal, Eure Fahrgäste wie KUNDEN zu behandeln und eine offene und zeitnahe Kommunikation zu pflegen. Fehler und Defekte können überall mal auftreten. Dafür hätten auch die meisten Reisenden Verständnis – wenn man sie rechtzeitig informieren würde. Kein Verständnis haben wir jedoch, wenn man Defekte und Verspätungen so lange verheimlicht, bis man keine Wahl mehr hat!

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Categories: Nörgeleien, Reisen

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